Der wichtigste Grund, weshalb der FC Basel Seydou Doumbia auf keinen Fall abgeben sollte:

Seydou Doumbia wäre teuer. Im Blätterwald wird gemunkelt, der FC Basel müsse noch um die fünf Millionen für einen definitiven Transfer des Goalgetters an die AS Roma überweisen, und Doumbia selbst bezieht wohl einen, für FCB-Verhältnisse, hohen Lohn im Bereich von zwei bis drei Millionen. Wir vom FCBblog sind der Meinung der FC Basel muss diese Kaufoption unbedingt ziehen. Der wichtigste Grund heisst 69. Nein, wir meinen nicht Doumbias Künste unter den Laken, sondern etwas ganz anderes. Erfahre nun wieso die 69 der wichtigste Grund ist, weshalb der FCB bei Seydou Doumbia unbedingt die Kaufoption ziehen sollte :

69

„Stürmer werden an Toren gemessen!“ – Eine Floskel für die im Doppelpass früher 5 Euro fürs Phrasenschwein fällig gewesen wären, die aber dennoch fast schon zum Grundrepertoire jedes Fussballfans gehört. Obwohl diese Floskel nur begrenzt aussagekräftig ist, hat sich ihre Logik im Bewusstsein von Experten, Fans und Aktiven festgesetzt: Ein guter Stürmer schiesst viele Tore = „Stürmer werden an Toren gemessen!“ Falsch.

Erstens ist es nicht immer der nominelle Stürmer, der die Tore schiessen muss. Real Madrid wurde mit Karim Benzema im Sturm und Cristiano Ronaldo auf dem Flügel gerade zum dritten Mal in vier Jahren Champions League Sieger. Nicht Stürmer, sondern Goalgetter werden an Toren gemessen. Auch beim FCB ist es noch nicht lange her, als nicht ein Stürmer, sondern der Flügel Shkelzen Gashi die Torjägerliste anführte.

Zweitens entspricht auch der somit logische Ausspruch „Goalgetter werden an ihren Toren gemessen!“ nicht der ganzen Wahrheit. Etwas wichtiges wird dabei nämlich vergessen. Wie lange braucht der Stürmer/Goalgetter um seine Tore zu schiessen? Obwohl sie sich in den internen Statistikzentren der meisten grossen Fussballclubs, mit oder ohne Computeranalysten, längst zu einer wichtigen statistischen Grösse gemausert hat, fällt die „Tor-pro-Minuten“-Quote in der Berichterstattung meist unter den Tisch. Dabei ist es doch eigentlich logisch, dass sie mehr über die Qualitäten eines Stürmers aussagt, als die reine Anzahl Tore.

69 Minuten! So lange brauchte Doumbia in der Super League im Schnitt um einen Treffer zu realisieren. Das ist Europabestwert, eine Riesenquote!

NameTore x MinElfmeterEinsatzeitToreAlterEinsätzeTore x Spiel
Seydou Doumbia69'11.375'2029250,80
Lionel Messi77'62.832'3729341,09
Bas Dost80'72.709'3428311,10
Edinson Cavani85'72.975'3530360,97
Alexandre Lacazette86'102.411'2826300,93
Harry Kane87'52.536'2923300,97
Álvaro Morata89'01.331'1524260,58
Pierre-Emerick Aubameyang90'22.783'3127320,97
Guillaume Hoarau91'61.634'1833210,86
Dries Mertens91'22.560'2830350,80
Falcao92'41.938'2131290,72
Marc Janko93'01.211'1333240,54
Facundo Ferreyra93'11.215'1326200,65
Robert Lewandowski93'52.777'3028330,91
Junior Moraes98'2981'1030160,63
Márkó Futács99'31.783'1827260,69
Luis Suárez99'02.862'2930350,83
Kylian Mbappé100'01.499'1518290,52
 Berücksichtigt wurden in der Tabelle alle Goalgetter mit einer Tor/Minuten-Quote von unter 100 der besten 20 europäischen Ligen.

Nach der wichtigen Tore-pro-Minuten Statistik war Doumbia mit grossem Abstand der beste Torschütze aller Ligen Europas. Wenn man noch hinzuzieht, dass Doumbia nur einen Elfmeter geschossen hat, wird der Abstand zur Konkurrenz noch grösser.
Man kann sich ungefähr ausrechnen wie viele Tore Seydou Doumbia geschossen hätte, wenn Urs Fischer von Anfang an voll auf ihn gesetzt hätte und er mit Marc Janko nicht noch eine starken Konkurrenten im Sturm gehabt hätte. Mit 93 Minuten pro Tor reiht sich die Strafraumkobra nämlich auf Platz 12 der Tabelle ein, knapp hinter Guillaume Hoarau von den Berner Young Boys (Pl. 9 / 91′).

Doumbia aber überstrahlt sie alle. Seine Quote ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Hätte Doumbia auch noch die 1211 Einsatzminuten von Marc Janko erhalten, somit gut 2500 Minuten gespielt und die fünf weiteren FCB-Penaltys versenkt (Im Vergleich mit den anderen Torschützen der Tabelle sind das realistische Annahmen)… Er wäre mit der gleichen Quote auf wahnwitzige 42! Saisontore gekommen. Ein 42-Tore Stürmer kommt normalerweise nicht zum FC Basel.

Das Konzept der neuen FCB-Führung sieht vor, dass das Kader, neben der verbesserten Förderung der eigenen Junioren, in der Breite entschlankt und in der Spitze verbessert wird. Die verjüngte Mannschaft soll von erfahrenen Hochkarätern angeführt werden. Mit Doumbia ist der Hochkaräter im Sturm längst hier. Wer so einen Kracher in seinen Reihen weiss, muss nicht unbedingt in den Niederlanden nach einem Wolfswinkel Ausschau halten, der nach Gerüchten das gleiche an Ablöse kosten würde. Die grob geschätzten ein bis eineinhalb Millionen, welche Doumbia mehr verdient würden sich auf jeden Fall lohnen.

Deshalb auf jetzt Pipi! Mach den Deal mit unserem Torschützenkönig mit 50%-Stelle klar. Wir wollen sehen, was er mit 100% leisten kann.

Zusatz: Doumbia wäre wohl auch für die talentierten Jungstürmer mit afrikanischem Hintergrund Neftali Manzambi und Afimico Pululu ein guter Lehrmeister und Integrationsfaktor in der ersten Mannschaft.

 

 

Bildlegende: Titelbild (Ausschnitt vom Original): By Вячеслав Евдокимов (fc-zenit.ru) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons.

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